Als kleine Orientierungshilfe für Photovoltaik-Anlagen-Interessenten haben wir hier die wichtigsten Informationen zum Thema Photovoltaik in Deutschland zusammengetragen.

Funktionsweise

Solaranlagen, die Sonnenenergie über Solarmodule in elektrische Energie umwandeln, werden gängigerweise als Photovoltaik-Anlagen bezeichnet. Eine Photovoltaik-Anlage besteht aus mehreren Solarmodulen, die wiederum aus einzelnen Solarzellen aufgebaut sind. Die Solarzellen fangen die einfallende Strahlungsenergie der Sonne auf und wandeln sie in Gleichstrom um. Mit einem Wechselrichter wird dieser in Wechselstom (230 V, 50 Hz) umgewandelt. Anschließend kann der erzeugte Wechselstrom in das öffentliche Stromnetz eingespeist oder direkt genutzt werden.

Nutzung von Photovoltaik-Anlagen

In Deutschland werden Photovoltaik-Anlagen meist als netzgekoppelte Anlagen installiert. Dabei speist man den erzeugten Strom über einen Zähler ins örtliche Stromnetz ein. Der eingespeiste Strom wird durch Stromanbieter nach dem EEG mit bis zu 51 ct/kWh vergütet. Da die Kosten für normalen Strom bedeutend niedriger sind, lohnt sich die Einspeisung der erzeugten Energie wirtschaftlich mehr als der Eigenverbrauch. Der erzeugte Strom kann aber auch selbst verbraucht, und nur der Überschuss ins Stromnetz eingespeist werden.

Eine seltener realisierte Lösung sind die sogenannten Inselanlagen. Sie werden meist dort installiert, wo keine öffentliche Stomleitung vorhanden ist, z. B. in Ferienhäusern, Berghütten oder Booten. Der erzeugte Strom kann hier direkt genutzt, oder in Akkus gespeichert und bei Bedarf verbraucht werden.

Ertrag von Photovoltaik-Anlagen

Der Ertrag einer Photovoltaik-Anlage ist abhängig von der Größe der Anlage, den verwendeten Solarmodulen und der tatsächlichen Sonneneinstrahlung. Grundsätzlich kann man in unseren Breitengraden pro Jahr einen Energieertrag von mindestens 800 kWh pro kWp installierter Leistung der Anlage erzielen. Der Wert kWP gibt die Spitzenleistung einer Photovoltaik-Anlage unter optimalen Bedingungen an. Eine 1kWp-Photovoltaik-Anlage entspricht einer Fläche von 8-10m².

Was Sie sonst noch vor dem Bau einer Photovoltaik-Anlage wissen müssen, erfahren Sie unter Beratung & Planung.

Amortisation einer Photovoltaikanlage

Der Bau einer Photovoltaik-Anlage lohnt sich prinzipiell immer. Nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel. Ab wann sich die Investition amortisiert hat, läßt sich allerdings nicht pauschal sagen. Neben den individuellen Unterschieden der Anlagen selbst sind dabei auch Faktoren wie Zinssatz für Darlehen, persönlicher Steuersatz, Höhe der Einspeisungsvergütung etc. zu berücksichtigen.

Rechenbeispiel

Eine Anlage mit 1kWp installierter Leistung kann pro Jahr zwischen 850 und 1000 kWh Ertrag erzielen. Bei einer Vergütung von 43,01 ct/kWh kann so ein Erlös von ca. 400 € pro Jahr erzielt werden. Bei einem Installationspreis-Preis von ca. 5000 € pro kWp und jährlichen Betriebskosten von ca. 50 € hat sich diese Anlage nach ca. 14 Jahren amortisiert.

Diese Rechnung geht von einem niedrigen Ertrag und Photovoltaik-Modulen mittlerer Leistungsklasse aus. Etwaige Zusatzkosten für Kredite oder andere Posten sind nicht berücksichtigt. Mit Modulen höherer Leistungsklasse ist der Ertrag natürlich höher. Auch werden meist Photovoltaik-Anlagen mit mindestens 2kWp Leistung installiert.

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Hinweis:

Dieses Rechenbeispiel dient nur der ersten Orientierung und stellt keinen Pauschalpreis oder ein Angebot dar.

Photovoltaik-Finanzierung

Der Bau einer Photovoltaik-Anlage wird nirgendwo auf der Welt mehr gefördert als in Deutschland. Durch das Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG) wird die Erzeugung von Solarstrom auch für Privathaushalte wirtschaftlich interessant.

Neben der Einspeisevergütung winken zusätzliche Anreize wie günstige Finanzierungen über Kredite und steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, durch die sich eine Photovoltaik-Anlage schnell amortisiert. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen dazu zusammengestellt.

Staatliche Förderung

Mit dem im April 2000 verabschiedeten Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien soll der Ausbau von Energieförderungsanlagen vorangetrieben werden, die aus sich erneuernden Quellen gespeist werden. Neben dem wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz soll damit auch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle verringert werden.

Prinzip des EEG

Nach dem EEG wird Betreibern von Anlagen, die Strom aus regenerativen Energien wie Solarenergie erzeugen, über einen bestimmten Zeitraum ein fester Vergütungssatz für den erzeugten Strom gewährt. Der Vergütungssatz oreintiert sich an den Erzeugungskosten der jeweiligen Erzeugungsart und soll einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen ermöglichen.

Gezahlt wird die Vergütung vom zuständigen Netzbetreiber, wobei der Preis pro Kilowattstunde abhängig von der Montage-Art und der Gesamtmenge der eingespeisten Energie ist. Generell gilt: Je mehr Strom erzeugt wird, desto geringer der Vergütungssatz.

Für die Anmeldung beim Netzbetreiber müssen technische Dokumentationen der Anlage und Unterlagen wie Zählerantrag und Errichterbescheinigung eingereicht werden, die Sie von uns bei der Installation erhalten. Welche zusätzlichen Formulare Sie benötigen, erfahren Sie beim zuständigen Netzbetreiber (in Berlin: Vattenfall).

Für die Endabrechnung muß ein ausgefüllter Erhebungsbogen bei der Bundesnetzagentur vorgelegt werden.

Weitere Bestandteile des EEG

Neben der Einspeisevergütung werden für den Bau von Solaranlagen günstige Kredite angeboten. Betreiber können sich zudem beim Finanzamt als Unternehmer einstufen lassen, ausgegebene Umsatzsteuern mit eingenommenen verrechnen und die Solaranlage über 10 Jahre steuerlich abschreiben.

Kredite

Zur Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen werden von verschiedenen Instituten zinsgünstige Kredite vergeben.

KfW Förderbank

Die KfW Förderbank bietet KfW-Darlehen für Errichtung, Erweiterung und Erwerb von Photovoltaik-Anlagen an. Die Anlagen müssen die Anforderungen des EEG erfüllen. Der Finanzierungsanteil kann bis zu 100% der förderfähigen Kosten betragen (maximal 50.000€). Der Antrag ist bei einem beliebigen Kreditinstitut zu stellen. Fragen Sie am besten bei Ihrer Hausbank nach.

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Umweltbank

Die Umweltbank bietet Kredite zur Finanzierung von Umweltprojekten wie Photovoltaik-Anlagen an. Die Finanzierung wird auf die regionalen Einstrahlungswerte abgestimmt und individuell errechnet. Der Antrag wird direkt gestellt, empfohlen wird die vorherige Anforderung eines Finanzierungsvorschlags.

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Steuerliche Regelung

Mit dem Bau einer Photovoltaik-Anlage läßt sich doppelt Geld verdienen. Neben der profitablen Einspeisevergütung können Sie massiv Steuern sparen, da die Anschaffungskosten bis zu 20 Jahre gewinnmindernd abgeschrieben werden können. Dabei gibt es jedoch mehrere Aspekte zu berücksichtigen.

Einkommensteuer

Die Einspeisevergütung, die Sie vom zuständigen Netzbetreiber für den erzeugten Strom erhalten, ist als „Einkommen aus Gewerbebetrieb“ in der Einkommenssteuererklärung anzugeben. Den Gewinn ermitteln Sie mit einer Einnahmen-Überschussrechnung. Die Einkünfte führen Sie in der Anlage GSE auf und füllen zusätzlich die Anlage EÜR aus.

Gewerbesteuer

Ein Gewerbe müssen Sie für den Betrieb einer Photovoltaik-Anlage in der Regel nicht anmelden. Eine Gewerbesteuererklärung wird erst ab einem Gewinn über 24.500 € pro Jahr fällig.

Umsatzsteuer

Mit dem regelmäßigen Einspeisen des erzeugten Solarstroms ins öffentliche Netz gelten Sie fiskalisch als Unternehmer. Damit sind Sie grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Sie können allerdings beantragen, als Kleinunternehmer von der Umsatzssteuer befreit zu werden, wenn Ihr jährlicher Umsatz unter 17.500 € liegt. In diesem Fall können Sie jedoch keine Mehrwertsteuer-Erstattung für die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten der Anlage erhalten.

Möchten Sie diesen Vorteil der Umsatzssteuerpflicht nutzen, müssen Sie auf die Einspeisungsvergütung Umsatzsteuer erheben und diese ans Finanzamt abführen (sog. Durchlaufposten). Die Umsatzsteuerpflicht gilt dann 5 Jahre lang.

Die Betriebsausgaben der Photovoltaik-Anlage sind steuermindernd abziehbar, wozu neben den Kosten für Planung und laufenden Betrieb (Wartung und Instandhaltung) auch die Schuldzinsen für etwaige Darlehen zählen.

Zu den Betriebseinnahmen gehören neben der Einspeisevergütung meist auch Umsatzsteuererstattungen.

Verluste können Sie mit anderen Einkünften verrechnen.

Abschreibung

Eine Photovoltaik-Anlage hat bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren eine jährliche Abschreibunsgrate von 5%. Wird sie vom Finanzamt als Solaranlage eingestuft, beträgt die Nutzungsdauer 10 Jahre und es können jährlich 10% steuerlich geltend gemacht werden.

Hinweis:

Bitte beachten Sie, dass diese Angaben nur zur ersten Orientierung dienen und keine rechtsverbindliche Wiedergabe der Gesetzestexte sind. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Fehler oder nachträgliche Änderungen.

 

Wir sind für Sie da:

Mo - Fr: 08:00 - 17:00 Uhr

Finanzierung von Solaranlagen

Wichtig: Einnahmen für Solarstrom...

Steuerliche Regelungen Photovoltaik-Anlagen

...sind bei der Steuererklärung anzugeben.